Zazen

Man bezeichnet das ZEN auch als die Meditationsschule des Buddhismus. Der Ursprung des ZEN-Buddhismus ist die Meditationspraxis von Zazen, die Siddharta Gautama vor 2500 Jahren ausübte und die ihn zum Buddha (der Erwachte) werden ließ.

Die regelmäßige Zazen-Praxis ermöglicht es uns zu allererst, den Geist ruhig und klar werden zu lassen sowie inmitten der Wogen unserer Existenz eine echte Stabilität zu finden. Das Geheimnis des Zen besteht darin, sich einfach nur hinzusetzen, ohne Ziel oder Denken an Gewinn, in einer Haltung großer Konzentration.

"Wenn ihr versteht, dass Zazen das große Tor des Gesetzes ist, werdet ihr dem Drachen ähnlich sein, der durchs Wasser geht und dem Tiger, der seine tiefen Wälder wiederfindet." (Meister Dogen 13. Jhdt.)


Die Haltung

Um Zazen zu praktizieren benötigt man ein Zafu. Das ist ein Sitzkissen mit Kapok gefüllt. Die Beine sind gekreuzt (Voll-Lotus, Halber Lotus, Viertel-Lotus, burmesischer Sitz oder für Leute mit Knieproblemen ein Stuhl). Das Becken ist nach vorne geneigt, so dass die Knie gegen den Boden druecken. Von dieser Basis aus streckt man die Wirbelsaeule und den Nacken. Der Kopf stoeßt gegen Himmel, der Unterkoerper sucht den Kontakt zur Erde. Die Schultern sind locker. Der Blick ist gesenkt. Die linke Hand ruht in der rechten Hand, die Handinnenflaechen zeigen nach oben. Die Daumen beruehren sich leicht. Sie sollten weder Berg noch Tal bilden. Die Haende liegen mit den Handkanten am Unterbauch an. Auf diese Weise sind die Bedingungen für eine stabile Haltung geschaffen, die für eine vollstaendige Unbeweglichkeit wichtig ist. Man sitzt in dieser Haltung und konzentriert sich auf die Atmung. Die Ausatmung ist ruhig und lang, nicht wahrnehmbar.

Zazen ist "shinjin datsuraku", wörtlich übersetzt 'Fallenlassen von Körper und Geist', genauer gesagt, Fallenlassen der Anhaftungen an Körper und Geist. Die Körperhaltung ist Ausdruck einer Geisteshaltung, die jenseits aller ich-bezogenen Vorstellungen und Gefühle ist. Nach Meister Dogen heißt das "richtige" Sitzen zu üben, schon ein Buddha zu sein.

Meditationsraum in Trier


Kin Hin

Kin Hin übt man zwischen zwei Zazen. Es ist das Gehen im Rhythmus der Atmung. Wie beim Zazen ist die Konzentration auf jeden Aspekt der Haltung wesentlich.

"Kin Hin ist vorwärts gehen wie der Tiger im Wald oder der Drache im Meer. Das Aufsetzen des Fußes ist sicher und lautlos wie der Schritt eines Diebes." Taisen Deshimaru Roshi

Lehrer


Meister Roland Yuno Rech Spiritueller Hauptlehrer ist Meister Roland Yuno Rech. Er war enger Schüler von Meister Taisen Deshimaru (gest. 1983).
Meister Roland Rech erhielt die Bestätigung von Niwa Zenji, der nach dem Tod von T. Deshimaru die höchste Autorität des Soto-Zen in Japan war. Damit bestätigte Niwa Zenji die Authentizität seiner Unterweisung.
Meister Roland Rech lehrt die Praxis des Zen im Tempel Gyobutsu-ji in Nizza sowie auf Sesshins in verschiedenen Ländern Europas.


Dojoleiterin


Dojoleiterin und Godo Isolde Schnorbach Dojoleiterin und Godo (AnleiterIn; der/die mit der Unterweisung beauftragte Mönch/Nonne) ist Reisan Isolde Schnorbach, Nonne im Soto-ZEN. Isolde Schnorbach ist im Hunsrück aufgewachsen und von Beruf Diplom-Geografin. Zum Zazen fand sie über die Kampfkunstsportart AIKIDO, das sie bis zum 2. Dan bei Meister Asai, Düsseldorf, lernte. Zazen praktiziert sie seit 1991. Von 1992 bis 1996 war sie Schülerin des († 22.04.2009) großen ZEN-Meisters Meiho Missen Michel Bovay (Zürich). Seit 1996 ist ihr Hauptlehrer ZEN-Meister Roland Yuno Rech (Nizza). Sie erfrischt und vertieft das Verständnis und die Praxis immer wieder auf zahlreichen ZEN-Sesshins und Workshops in Europa. Seit 2009 leitet sie verschiedene Workshops zum Thema ZEN und Natur, u.a. im ZEN-Tempel Gendronniere/ Frankreich sowie im Seminarzentrum Grube Louise/Deutschland während der ZEN-Übungslager von Meister Roland Yuno Rech.